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Leber-Operationen

Neues Gerät erlaubt auch erweiterte Leber-Operationen mit großer Sicherheit

Die schon seit mehreren Jahren erfolgreich praktizierte Leberchirurgie am Klinikum Döbeln kann nun dank eines neuen Ultraschall-Dissektors noch sicherer und gewebeschonender gestaltet werden.

Dabei wird dass dem Ultraschall ausgesetzte Gewebe aus dem Verbund mit dem angrenzenden Gewebe gelöst und zerlegt. Durch gleichzeitiges Zuführen und Absaugen von Spülmedium wird das zerlegte Gewebe vom Spülmedium mit erfasst und abgesaugt. Querverlaufende Blutgefäße hingegen werden verklebt, so dass Operationen mit dem Ultraschalldissektor gegenüber Operationen mit dem Skalpell gewebeschonender und blutärmer verlaufen.

Seit gut sechs Monaten arbeiten die Operateure mit dem sogenannten SONOCA des Medizintechnikherstellers Söring. „Das neue Gerät ermöglicht dank des selektiven Ultraschallstrahl besonders schnelle, schonende und blutungsarme Resektionen an der Leber und anderen parenchymatösen Organen ohne Nerven oder Gefäße zu verletzen. Wir haben es beispielsweise bei den letzten fünf Leberresektionen eingesetzt und sind vollends zufrieden“, erklärt Prof. Dr. Dirk Uhlmann, Chefarzt der Chirurgie, die Vorteile. Ein gutartiger Tumor der Milz konnte mit dem Gerät ebenfalls durch eine Teilentfernung der Milz entfernt werden. Diese Operationen sind durch die ausgeprägte Durchblutung der Milz recht anspruchsvoll.

Auch innovative Therapiekonzepte werden so umgesetzt. So in einem Fall, wo sich ein Patienten mit einem Darmkrebs und einer bereits gleichzeitig vorhandenen großen Lebermetastase vorstellte. Aufgrund der Größe der Metastase an der Grenze der Resektabilität wurde mit dem Sonoca-Gerät die halbe Leber entfernt. Nach einer Erholungspause für den Patienten von 4 Wochen erfolgte dann die Entfernung des betroffenen Dickdarm-Abschnittes. Dank der schonenden OP-Verfahren hat der Patient die beiden Operationen gut und rasch überstanden und kann zeitnah die für eine möglichst dauerhafte Heilung notwendige Chemotherapie erhalten.

Wird das Gerät nicht für große Operationen im Bauchraum benötigt kann es durch sein modernes Wirkprinzip auch sehr gut zur Säuberung chronischer Wunden, z.B. bei Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom im OP-Saal oder stationären Bedingungen eingesetzt werden.

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